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Kurze Prosa

Auf dieser Seite findet ihr in Zukunft jeden Monat einen neuen (oder auch älteren) kurzen bis ganz kurzen Text.

 

 

   

Die Pferde

 

Die Pferde stehen auf den Wiesen am Fluss, groß und sanft zwischen Blasmusikdudeln und Wurstbudenqualm. Manche gehen umher im Kreis, andre rupfen derweilen das Gras. Die Sättel auf den Rücken drücken sie nicht schwer, nicht einmal, wenn ein Kind darauf sitzt, eine Zweieurorunde lang. Kinder sind leichte Geschöpfe, fast Andeutungen nur. Ist eins da, geht das Pferd mit ihm langsam herum, wiegt es ein mit seinem ruhigen Schritt, seine Herrin läuft nur pro forma nebenher, denn die Pferde sind alt und erfahren, sie kennen die leichten, unsicheren Wesen im Sattel, wissen, was zu tun ist, wie zu gehen; sie kennen auch die Verbote. Ausbrechen wäre verboten, fort galoppieren, weg, über die Wiesen, und noch einmal ein Pferd zu sein, ohne davon das Geringste zu ahnen, ohne den Namen, auf den sie schon so lange hören. Irgendwo mag noch eine Welt sein für namenlose Pferde, ohne Zäune und Ställe, ohne Sättel und Zaumzeug. Sie haben’s vergessen, sie rupfen das Gras hier am Fluss, und wenn wer die zwei Euro bezahlt, dann werden sie laufen.

 

 

© by Peter Schünemann 2013